Portrait M. Müller

Foto: privat

Was waren deine Beweggründe, bei uns in die Freiwillige Feuerwehr einzutreten?
Ganz pragmatische! Wegen des Berufes bin ich im Januar 2016 nach Bergen gezogen und stand nun da – kannte so gut wie niemanden und nach der Arbeit zu Hause herumzusitzen, das war mir auch nichts. Das geht eine zeitlang ganz gut, aber irgendwann doch ganz schön auf die Nerven.

Hattest du denn vorher schon was mit dem Thema „Feuerwehr“ zu tun?
Nein, gar nicht.  Das letzte Mal vielleicht vor zig Jahren im Kindergarten bei irgendeinem Fest. Dort, wo ich herkomme, hat man damit eigentlich auch nichts weiter zu tun, da gibt es sowas nicht. Oder anders: Man nimmt es nicht wahr.

Wie kamst du dann dazu, zur Feuerwehr zu gehen?
Ich habe dort seit einigen Jahren einen guten Bekannten. Der erzählte ab und zu mal davon und verfiel dabei immer in seinen „Feuerwehr-Slang“. Schmiss also mit Abkürzungen und Begriffen nur so um sich. Hatte man natürlich aus Außenstehender kein Wort von verstanden. Und weil ich immer alles nachlese, was ich nicht verstehe, habe ich mich mal näher damit beschäftigt. Dazu kam, dass ich eigentlich aus einem handwerklichen Beruf stamme und mir das Zupacken schon fehlte, seit ich nur noch „Kopfarbeit“ leiste. Ich denke, bei der Feuerwehr kann ich Kopf und Hand gut kombinieren und einbringen.

Hat man dich gut aufgenommen?
Ja, da kann ich mich eigentlich überhaupt nicht beklagen. Vom Typ her bin ich jemand, der kein Problem damit hat, auf andere Menschen zuzugehen, aber auch als ruhigerer Zeitgenosse wird man schnell aufgenommen. Man zählt von Anfang an zu den Kameradinnen und Kameraden. Auch wenn man die Truppmannausbildung noch nicht gemacht hat. Und das sogar als Nicht-Rüganer. (lacht).

Du fährst also noch nicht zu den Einsätzen mit. Wie sieht deine Mitwirkung in der Wehr zur Zeit aus?
Ich gehe zu den zweiwöchentlichen Dienstabenden, um schon viele Infos über Abläufe, Vorgänge usw. mitzunehmen. Auch die freiwilligen Technikdienste dazwischen sind meist sehr interessant. Zum Beispiel hätte ich nie für möglich gehalten, wie einfach und schnell man ein Türschloss knacken oder ein angekipptes Fenster öffnen kann. Ansonsten arbeite ich im Bereich „Öffentlichkeitsarbeit“ mit. Das ist dann die Sache für den Kopf.

Wie sieht dein weiterer Weg bei uns in der Feuerwehr aus?
Im Frühjahr beginne ich mit der Truppmannausbildung und kann dann auch zu Einsätzen mitfahren. Was danach kommt, muss man einfach sehen. Aber wie schon im Aufnahmegespräch gesagt worden ist: Die Karriereleiter nach oben steht jedem offen und ist hoch. Es kommt eigentlich nur auf die Fähigkeiten und das Engagement von einem selbst an, wieviele Sprossen man davon erklimmen kann.