Archiv der Kategorie: Allgemein

Blaullichttag 2019

Tja! Wie schnell die Zeit vergeht. Vor fast zwei Jahren fand der „Blaulichttag“ im Stadtpark Rotensee statt.

Erinnert ihr euch zum Beispiel noch an den „fliegenden Hund“ von der Rettungshundestaffel Jasmund? Oder die gewaltigen Fettexplosionen unserer Feuerwehr? Oder die große Technik- und Fahrzeugschau? Oder die Vorführungen des Zolls? Oder… oder… oder?

Nicht? Na dann wird es aber höchste Eisenbahn, das Gedächtnis aufzufrischen. Zum Beispiel am 22. Juni 2019 von 10 bis 17 Uhr, wenn der „Blaulichttag“ seine Neuauflage erlebt.

Mit dabei sind unter anderem das DRK, der Zoll, die Deutsche Bahn und natürlich wir. Neben vielen Vorführungen gibt es auch wieder ordentlich Technik zum Anfassen, viele Infos rund ums Ehrenamt, ein musikalisches Rahmenprogramm, ganztätige Unterhaltung für die Kinder und – na klar! – ist auch an die hungrigen Mägen der großen und kleinen Besucher gedacht.

Also dann: Wir freuen uns sehr, euch und eure Familien und Freunde im Juni begrüßen zu können! Und wer weiß, vielleicht findet sich ja auch der ein oder andere, der dabei mithelfen möchte, unsere schöne Insel ein Stückchen sicherer zu machen.

FM M. Müller

Innenminister übergibt Fördermittelbescheide

Besichtigung in der Fahrzeughalle.

Am vergangenen Freitag nun war es soweit: Innenminister Lorenz Caffier übergab Bergens Bürgermeisterin Anja Ratzke zwei Fördermittelbescheide über ein neues Tanklöschfahrzeug sowie eine Drehleiter, die die rund 25 Jahre alte ersetzen wird. „Gleich zwei Fördermittelbescheide! Sowas gibt’s nur auf Rügen“, meinte Caffier augenzwinkert.

Angesprochen wurde in geselliger Runde bei hausgemachtem Schmalzbrot auch der Bau des neuen Gerätehauses. Standort, Kosten, Umfang – Caffier stellte sich den kritischen Fragen der anwesenden Stadtvertreter sowie der Kameradinnen und Kameraden. Zeitweise wurde es eine kontroverse Diskussion mit dem Minister.

Zwar ist das neue Gerätehaus, für das derzeit insgesamt 12 Fahrzeugstellplätze vorgesehen sind, noch immer in mehr oder weniger weiter Ferne – die Modernisierung unseres Fuhrparks rückte dagegen wieder ein gutes Stück in greifbare Nähe.

FM M. Müller

Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Stadt Bergen auf Rügen

André Muswieck und Anja Ratzke

„Das zurückliegende Jahr kann man nur als eine einzige Katastrophe bezeichnen“, begann Bergens Gemeindewehrführer Andrè Muswieck am vergangenen Sonnabend auf der Jahreshauptversammlung der städtischen Freiwilligen Feuerwehr seinen Rechenschaftsbericht. „Damit meine ich die Fußball-WM“, fügte Muswieck trocken hinzu.

Langjähriges Engagemant

Doch auch der Sommer 2018 verlief alles andere als feucht-fröhlich für die 57 aktiven Kameradinnen und Kameraden der Wehr: Während der langen Hitzeperiode kam es vermehrt zu Bränden an Bahndämmen und auf Feldern – häufig auch bei Einsätzen außerhalb des eigenen Ausrückbereiches, zu denen die Bergener überdurchschnittlich oft zu Hilfe gerufen worden sind. Ebenfalls deutlich gestiegen sind Alarmierungen zu Technischen Hilfeleistungen, etwa um Verletzte aus verunfallten Fahrzeugen zu retten. Bei den insgesamt 127 Einsätzen konnten so 83 Personen unverletzt und 9 verletzt gerettet werden. Zwei Menschen erreichte leider jede Hilfe zu spät.

Wolfgang Czogalla

Wie in jedem Jahr kam es auch zu Beförderungen. So wurden u. a. Oberlöschmeister Frank Hoffmann und Jette Steltner nicht nur für ihr 20-jähriges Engagement bei der Freiwilligen Feuerwehr geehrt, sondern Steltner auch in den Rang einer Löschmeisterin erhoben. Auf immerhin 50 Jahre Mitgliedschaft in Bergens Wehr zurückblicken kann inzwischen Wolfgang Czogalla, wofür dem Gerätewart ebenfalls von Wehrführung und Vertretern der Stadt herzlich gedankt worden ist. Weiterhin befördert und geehrt worden sind: Florian Stewen (Oberfeuerwehrmann), Tobias Fürch (Oberfeuerwehrmann), Sven Behling (Oberfeuerwehrmann), Georg Bötzer (Hauptfeuerwehrmann, 10 Jahre FF), Marvin Pape (Hauptfeuerwehrmann), Martin Sachtleben (Hauptfeuerwehrmann), Marvin Szikszai (Hauptfeuerwehrmann), Jeromé-Steffen Appelbohm (10 Jahre FF) und Bianca Pfeiffer (Ehrennadel in Silber).

Bianca Pfeiffer

Ein emotionales Thema während des Rechenschaftsberichtes und der Grußworte durch Vertreter der Stadt war der Ausblick auf die Zukunft: „Es gibt bei uns keine Möglichkeit, nach dem Einsatz zu duschen oder innerhalb des Gebäudes auf das WC zu gehen. Die Mitglieder der Jugendfeuerwehr haben keine eigene Umkleide“, mahnte Muswieck den Zustand des in die Jahre gekommenen Gerätehauses an, das heute durch seine bauliche Form längst nicht mehr den Ansprüchen einer modernen Feuerwehr genüge. Bergens Bürgermeisterin Anja Ratzke antwortete darauf, dass das neue Gerätehaus zwar noch in Planung bleibe, jedoch in das kommende Städtebauförderungsprogramm aufgenommen werde, sodass ab dem Jahr 2021 eventuell mit dem Bau begonnen werden könne. „Die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr unserer Stadt ist unerlässlich. Nicht nur für die Sicherheit der Gemeinde, sondern auch unserer Insel“, würdigte Anja Ratzke die ausschließlich ehrenamtliche Arbeit der Kameradinnen und Kameraden.

Immerhin aber konnte die Bürgermeisterin vermelden, dass noch im März zwei Fördermittelbescheide durch Innenminister Lorenz Caffier für ein neues Tanklöschfahrzeug (TLF) sowie eine Drehleiter übergeben werden.

FM M. Müller

114 & 25: Großes Feuerwehr-Doppeljubiläum

114 Jahre – und kein bisschen alt! Am 19. Januar 2019 begingen die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Bergen auf Rügen und ihr Förderverein ihren Geburtstag. Und der wurde inzwischen traditionell im „Parkhotel“ gefeiert, denn der Förderverein der Feuerwehr kann mittlerweile auf eine 25-jährige Geschichte zurückblicken. Ein Vierteljahrhundert. Zu diesem Anlass kamen nicht nur Vertreter der Stadt, sondern auch Abordnungen anderer Feuerwehren, des Landesfeuerwehrberandes und Sponsoren zusammen, mit deren Zuwendungen die Freiwillige Feuerwehr Stadt Bergen auf Rügen in vielen Bereichen gut unterstützt werden kann.

In den Ansprachen der Stadt- und Feuerwehrvertreter wurde ganz besonders die Wichtig- und auch Einmaligkeit der Arbeit der Freiwilligen Feuerwehren in Deutschland hervorgehoben, denn die Bundesrepublik ist das einzige Land in Europa, dass den Brandschutz größtenteils mit Hilfe ehrenamtlicher Frauen und Männer gewährleistet. Gedankt wurde den Kameradinnen und Kameraden des Landes auch für ihren Einsatz im vergangenen Sommer, als rund 10.000 Feuerwehrleute während der Dürre die Sicherheit der Einwohner Mecklenburg-Vorpommerns gewährleisteten.

Großer Dank gebührte an dieser Stelle den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Bergen auf Rügen. So könne „der Dank gar nicht groß genug sein für die hervorragende Leistung, die hier erbracht wird.“ Und weiter: „Bergen kann stolz sein auf seine Brandschützer sein, denn hier kann man sich sicher fühlen. Die Stadt wird auch weiterhin hinter ihre Feuerwehr stehen und deren Arbeit so gut wie möglich unterstützen.

Aus diesem Anlass wurden auch zahlreiche Ehrungen verliehen. So gingen an die Kameradinnen und Kameraden:

  • OFM Marvin Szikszai und OFM Georg Bötzer die Brandschutzehrenspange für die 10-jährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr
  • HLM Helmut Seilert das Brandschutzehrenzeichen in Silber für die 25-jährige Mitgliedschaft im der Feuerwehr
  • HFF Jette Steltner, HFF Bianca Pfeiffer und HFM Mathias Jerke die Ehrennadel des LFV M-V in Silber
  • LM Annett Muswieck, Martin Lange und Sebastian Much die Ehrennadel des LFV M-V in Gold
  • ABM Frank Blohm das Deutsche Feuerwehrkreuz in Silbe

sowie an die Förderer und Sponsoren:

  • Malermeister Volker Reining das Förderschild „Partner unserer Feuerwehr“
  • Sven Fröhlich und Aimo Brandt die Medaille des Feuerwehrfördervereins in Silber
  • Kristine Kasten die Medaille des Feuerwehrfördervereins in Gold
  • Rolf Stabenow und Rainer Eckers die Deutsche Feuerwehrehrenmedaillie
  • Benno Kondziella die Silberne Ehrennadel des Deutschen Feuerwehrverbandes

Wir gratulieren allen ausgezeichneten und wünschen für Zukunft nur das Beste.

FM M. Müller

„Hurra! Es… schneit?!“

Nein, so weit war es gestern zum Dienstabend dann zwar doch noch nicht, und es war auch keine Schneekanone, die wir da auf dem alten Armeegelände zwischen Bergen und Putbus aufgebaut hatten – Trainiert wurde mit zwei verschiedenen Schaumrohren unseres neuen HLF20. Für ausreichende Helligkeit dabei sorgte aber nicht nur die Fahrzeugbeleuchtung, sondern die Beleuchtung von Einsatzstellen mittels verschiedener Lichtquellen ist gleich mitgeübt worden. Und so verwandelte sich binnen weniger Minuten das Vorgelände eines alten Garagenkomplexes in eine hell erleuchete Schaumlandschaft. Übrigens: Schaum, der 100% biologisch abbaubar ist, wird zumeist gegen Fahrzeugbrände eingesetzt.

Und auch sonst gibt es etwas Neues: Unser jüngst eingetretenes aktives Mitglied Jerome Appelbohm, der von der Gingster Freiwilligen Feuerwehr zu uns gewechselt und den Kameraden Danilo Wiegel, der seine Probezeit bestanden hat und seit gestern vollwertiges Mitglied in unseren Reihen geworden ist. Herzlich willkommen bei uns!

FM M. Müller

Neue Drehleiter vorgestellt

Das neueste Modell.

„23 Jahre? – Das ist doch kein Alter!“ Doch, für ein Feuerwehrfahrzeug schon. Vor allem, wenn es um Technologien geht. Denn die entwickeln sich rasend schnell und besonders auf dem Gebiet der Feuerwehrtechnik kann jeder kleine Fortschritt dabei helfen, unser aller Leben ein Stückchen sicherer zu machen.

Fast ein Vierteljahrhundert ist unsere Drehleiter nun bereits in bewährtem Einsatz und damit älter als manch einer unserer Kameradinnen und Kameraden. Vieles an ihr entspricht nicht mehr ganz dem Stand der modernen Technik und was früher hochmodern war, ist heute schon wieder überholt. Vom Zahn der Zeit, der trotz bester Pflege durch unseren Gerätewart an ihr nagt, einmal ganz zu schweigen.

Seitenansicht.

Am 25. Oktober 2018 war bei uns, der Bergener Freiwilligen Feuerwehr, Besuch des Feuerwehrfahrzeugherstellers Rosenbauer aus dem Karlsruher Kompetenzzentrum zu Gast. Mit im Gepäck hatten die Unternehmensvertreter das neueste Drehleitermodell aus ihrem Hause dabei: Aufgebaut auf einem Mercedes-Benz-Atego-Fahrgestell handelt es sich dabei um einen echten Allrounder, vollgestopft mit Technik bis unter das Dach.

Der Multifunktionskorb.

Besonders hervorgehoben wurden die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten des Fahrzeuges, das vor allem für den Einsatz in Kleinstädten konzipiert worden ist. Denn wer kennt es nicht, unser Bergen: Enge und verwinkelte Straßen, Gefälle, viergeschossige Wohngebäude. Hatten wir mit unserer Drehleiter im Einsatzfall bisher oft Platzprobleme, bietet das neue Rosenbauermodell volle Flexibilität auch auf engstem Raum, denn die Gelenkleiter ist fünfgliedrig konzipiert und erreicht so auch schon die unteren Etagen von Gebäuden. Auch der sehr geräumige und offen zugängliche Multifunktionskorb hilft dabei, Kranke und Verletzte über das Fenster zu evakuieren. Das Absenken ist immerhin schon bei einer Ausfahrlänge von nur 6m möglich – und das zu ebener Erde. Besonders hervorgehoben wurde dabei die Tragkraft von 500 kg bzw. 5 Personen. Zum Vergleich: Der Korb unserer Drehleiter fasst maximal 2 Personen bei einer Belastung von 270 kg und muss gebückt bestiegen werden. Große Augen wurden allerdings gemacht, als die Stützen ausgefahren worden sind: Plötzlich stand das ganze Fahrzeug in Schieflage, um ein Gefälle zu simulieren. Und selbst das Aufständern lediglich auf Fahrzeugbreite ist möglich: Bei den schmalen Straßen in der Innenstadt ein unschätzbarer Vorteil

Das ist Begeisterung!

Der große Technologiesprung jedoch zeigte sich „unter der Haube“: Zahnräder und verschiedene Hydraulikventilsysteme gibt es nicht mehr. Stattdessen hängt alles an einem zentralen Hydrauliksystem, das sich bequem vom ergonomischen Hauptbedienstand steuern lässt, der sich ganz dem Winkel der Gelenkleiter anpasst. Die Zeit der steifen Nacken ist damit vorbei.

In Schieflage.

Eindruck schindete auch die Beleuchtung. Wie unser neues HLF20 verfügt die Drehleiter über eine LED-Rundumbeleuchtung statt einer punktuellen. Mit einem Handscheinwerfer muss man nun nicht mehr leuchten, wenn man in einem der vielen Fächer einen Ausrüstungsgegenstand sucht. Apropos: Besonders auffällig ist auch das etwas verlängerte Führerhaus, das reichlichen Stauraum für gleich zwei Schleifkorbtragen, Atemschutzgeräte, eine Motorkettensäge und viele weitere Werkzeuge aus dem Feuerwehralltag beinhaltet.

„Nehmt unsere mit. Die hier könnt ihr gleich hier lassen“, feixt gegen Ende des Abends Kamerad Matthias Jerke. Und wirklich: Die Maschine hat bei allen Anwesenden einen tiefen Eindruck hinterlassen.

FM M. Müller

Da bleibt kein Auge trocken

Das HLF20.

Donnerstagabend – Feuerwehrabend. Nicht nur zu Einsätzen kommen unsere Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr zusammen, sondern auch an den vierzehntäglichen Dienstabenden. Das ist Pflicht. Denn immer wieder müssen bereits erlernte Handgriffe gefestigt und wiederholt, neue dazugelernt werden. Rund um Einsätze mit dem neuen Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF20) ging es an einem solchen Abend Mitte April.

Nebelige Angelegenheit.

Der Einsatz des Nebellöschsystems und der Rettungssäge steht dieses Mal auf dem Plan. Neben einer eigens aufgebauten Wohnungstür postieren sich Daniel Kruse & Martin Lange und weisen die versammelte Mannschaft ein. „Ein Nebellöschsystem ist vielseitig einsetzbar“, erklärt Kruse. So kann man mit diesem System, das man in Fachkreisen auch Fognail nennt, unter anderem Räume abkühlen, ohne eine Tür direkt zu öffnen, beispielsweise bei Wohnungsbränden in voller Ausdehnung. Eine effektivere Anwendung findet man jedoch bei Dachstuhlbränden. Mit diesem Löschsystem kann man Entstehungsbrände im Dachstuhl schnell löschen und somit eine katastrophale Ausbreitung verhindern, indem man ein kleines Loch in das Dach schlägt und dort die Löschlanze durchsteckt. Durch den feinen Wassernebel, kann man Entstehungsbrände schnell in den Griff bekommen und somit eine Ausbreitung zu einem Dachstuhlbrand in voller Ausdehnung verhindern.  Ein anschließender Innenangriff, um eine abschließende Kontrolle zu machen, muss trotzdem durchgeführt werden. Man spart zum einen sehr viel Wasser und vermeidet somit auch einen erheblichen Wasserschaden und am Ende hat man eine wesentlich kürzere Einsatzzeit. Auch kann man mit der richtigen Lanze PKW-Brände schnell und mit sehr wenig Wasser löschen. Wichtig ist das Training mit diesem System, damit man es sicher und effektiv einsetzen kann. „Probiert es selber aus und macht euch ein Bild davon“, gibt Kruse den Befehl. Mit einem Metalldorn und einem einzigen Schlag gegen die Tür schafft sich das erste Zweier-Team seinen „Spion“: In Windeseile ist die Lanze durchgesteckt und das Wasser aufgedreht, das in weitwinkeligem Sprühstrahl von der anderen Seite der Tür in feinen Tröpfchen herausschießt.

Mit der Twin-Saw im Einsatz.

Gänzlich trocken bleibt es dagegen an der zweiten Station und der Rettungssäge, deren Einsatz Bergens Wehrführer André Muswieck erklärt: „Damit kann man einfach alles schneiden. Bis auf Stein und spanende Metalle, wie etwa Eisenbahnschienen“, führt Muswieck in den Gebrauch dieses Werkzeuges ein, das an einen übergroßen Trennschleifer erinnert. Doch statt einer Schmirgelscheibe rotieren hier zwei gegenläufige Metallsägeblätter in der Maschine. „Wir haben hier den großen Vorteil, dass der Funkenflug minimiert wird und der ständige Austausch von abgenutzten Trennscheiben entfällt“, so der Hauptbrandmeister weiter. Natürlich steht auch hier die Sicherheit an erster Stelle und so ist neben Gesichts- und Hörschutz auch spezielle Schnittschutzkleidung beim Einsatz Pflicht. Nach der Einweisung geht es auch schon los und die Säge läuft. An einem ausrangierten Tankbehälter probiert sich Kameradin Annett Muswieck aus. Kraftvoll sägt sie sich durch das Material, bis das angestrebte Ziel erreicht ist.

Aufbau des Wasserwerfers.

Zum Schluss des Dienstabends steigen schließlich noch einige Kameradinnen und Kameraden dem im Januar übergebenen HLF20 buchstäblich aufs Dach und bauen den mächtigen Wasserwerfer auf. „Wasser marsch“ ertönt das Kommando, Maschinist Otto Chimm betätigt die Pumpe und schon schießt ein starker Wasserstrahl in Richtung des Hubschrauberlandeplatzes der Feuerwehrtechnischen Zentrale. Weil es an diesem Tag allerdings sehr windig ist, bleibt dabei kein Auge trocken.

Wieder was gesehen, wieder was gelernt. So kann man diese spannenden Stunden mitten in unserem Bergen auf Rügen zusammenfassen. Donnerstagabend – Feuerwehrabend.

FM M. Müller

1000 kleine und große Fragen

Kameradin Pfeiffer erklärt das HLF20.

„Wieso, weshalb, warum – wer nicht fragt bleibt dumm!“ Unter diesem Motto stand der Besuch zweier Schulklassen der dritten Jahrgangsstufe der Grundschule „Am Rugard“, die uns am 20. und 21. Februar im Rahmen einer Exkursion besucht hatten.

Besonderes Interesse zog dabei das neue Hilfeleistungslöschfahrzeug auf sich, nach dem schon bei der Begrüßung durch Bergens neuen stellvertretenden Wehrführer Daniel Kruse und sieben weitere Kameradinnen und Kameraden gefragt wurde, die sich an diesen beiden Vormittagen für die kleinen Gäste viel Zeit genommen hatten. Der Neugier der Kinder öffneten sich in Windeseile Tür und Tor und schnell waren alle um den brandneuen Boliden der Feuerwehr versammelt. „Wofür braucht man denn den Hammer?“ „Sind das gelbe Flammen auf dem Lack?“ „Warum ist auf dem einen Helm ein rotes A und auf dem anderen nicht?“ waren nur einige der vielen Fragen, die gestellt worden sind, nachdem die ersten Blicke auf die zahlreichen Gerätefächer voller Werkzeug und Ausrüstungsgegenstände geworfen worden sind.

Lichtshow in der Kabine.

Kameradin Bianca Pfeiffer beantwortete gern alle Fragen der Schülerinnen und Schüler und nahm sogleich mit den Gästen in der Kabine Platz, in der vor allem die moderne LED-Beleuchtung bewundert wurde: „Da ist ja sogar das Geländer in der Tür mit Licht, das ist toll!“ war etwa zu hören. Einige der Kinder konnten sogar in der Fahrerkabine Platz nehmen, in der ihnen von der Bedienung des Blaulichts und Signalhorns bis zum Navigationsgerät und dem Funksystem viel Wissenswertes vermittelt werden konnte. „Irgendwann möchte ich auch mal so ein Auto fahren, aber das dauert noch, bin ja erst 8 Jahre alt“, meinte etwas wehmütig ein Mädchen, als es seine Hände an das große Lenkrad legte.

Erste Anprobe für später.

Kamerad Rico Döhring erklärte unterdessen einer anderen Kinderschar die Funktionsweise der Drehleiter: „Wenn wir mit dem Korb hochfahren, haben wir hier die beiden Hubzylinder, die die Leiter  aufrichten, sie so bis auf 30 Meter Höhe ausfahren kann und abgestützt ist – da steckt ganz schön Dampf hinter“, erklärte der stellvertretende Gerätewart. Auch die historische Ausstellung fand großen Anklang, in der aus 113 Jahren Feuerwehrgeschichte allerhand Exponate zu besichtigen sind.

Zum Abschluss wurde die Drehleiter für ein Gruppenfoto vor die Fahrzeughalle gefahren, bevor es für den Besuch wieder zurück zur Schulbank ging. Alles in allem war es nicht nur für die kleinen Gäste eine lohnenswerte Veranstaltung, sondern auch für unsere Kameradinnen und Kameraden, die sich über das lebhafte Interesse sehr gefreut haben. Und wer weiß: Vielleicht sehen wir einige der Grundschüler in wenigen Jahren in unserer Jugendfeuerwehr wieder.

FMA M. Müller

113 Jahre Freiwillige Feuerwehr Stadt Bergen auf Rügen

„Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Freiwillige Feuerwehr Stadt Bergen auf Rügen“ hieß es am 20. Januar 2018, denn unsere Feuerwehr ist mittlerweile 113 Jahre alt geworden und gehört damit zu den ältesten der Insel. Anlässlich dieses Jubiläums wurden alle Kameradinnen und Kameraden der FF Bergen, der Feuerwehrförderverein, der Stadtpräsident sowie die Bürgermeisterin der Stadt Bergen auf Rügen eingeladen.

Wehrfüjrer André Muswieck.

Ein großer Feuerwehrball sollte es indes nicht werden, da waren sich alle einig. Aber gar nichts zu machen kam auch nicht in Frage. Und so einigte man sich auf ein leckeres Abendessen im Parkhotel in Bergen. Bevor sich alle auf das köstlich angerichtete Buffet stürzen konnten, hielt der Gemeindewehrführer der FF Stadt Bergen auf Rügen, Kamerad Andrè Muswieck noch ein kurze Rede zum 113. Geburtstag. So erzählte er den Gästen und den Kameradinnen und Kameraden, dass er aus Neugierde mal die Zahl 113 bei Google eingegeben hatte und doch ebenso amüsiert wie erstaunt über die Suchergebnisse gewesen war. Muswieck berichtete kurz über das vergangene Jahr und schweifte ganz kurz und knapp in das laufende. Nach nur wenigen Minuten war Kamerad Muswieck mit seinen Ausführungen fertig und wünschte allen Anwesenden einen schönen und gemütlichen Abend.

Natürlich gab es auch Grußworte an diesem Abend. So ergriff die stellvertretende Stadtpräsidentin Frau Monika Quade das erste, dankte den Kameradinnen und Kameraden für ihre geleistete Arbeit und wünschte uns weiterhin viel Erfolg und Kraft bei der Bewältigung der weiter anstehenden Aufgaben.

Bürgermeisterin Ratzke bei ihrem Grußwort.

Dann ergriff auch unsere Bürgermeisterin Frau Anja Ratzke das Mikrofon. Neben den Danksagungen an die Kameradinnen und Kameraden hatte Frau Ratzke gleich zwei Überraschungen parat: Zum einen überreichte sie unserem Gemeindewehrführer einen Gutschein mit dem sich die Kameradinnen und Kameraden einen schönen Abend machen sollen. Die zweite Überraschung war das symbolische Überreichen des Kennzeichens für das neue HLF 20 an den Gemeindewehrführer. Frau Ratzke gab auch noch einen kurzen Ausblick auf das laufende Jahr 2018. Doch auch hier vergingen nur wenige Minuten, so dass alle Anwesenden nicht lange auf das angerichtete Buffet warten mussten.

In Feierlaune.

Nachdem alle gegessen hatten, bestand für die Kameradinnen und Kameraden noch die Möglichkeit, ins Feuerwehrgerätehaus zu gehen und dort den Abend bei einem lockeren Gespräch ausklingen zu lassen, was auch viele in Anspruch genommen haben.

Alles in allem, war es wieder ein sehr gelungener Abend und die Kameradinnen und Kameraden der FF Stadt Bergen auf Rügen freuen sich schon jetzt auf 2019, wenn die Freiwillige Feuerwehr Stadt Bergen auf Rügen ihren 114. Gründungstag begehen wird. Zum Schluss möchten für uns beim Team des Parkhotels für das leckere Essen und die tolle Bedienung bedanken.

Hauptlöschmeister Daniel Kruse

Rettungskarten – Dem Fortschritt hinterher

Fahrzeugschau im Gerätehaus.

„Der Diesel ist tot!“ – man hört diesen Satz in letzter Zeit immer öfter. Und selbst dem Benziner scheint es in den kommenden Jahren an den Kragen zu gehen, glaubt man den Rufen aus der Politik. Doch auch der Zahn der Zeit nagt an den beiden inzwischen über 100 Jahre alten Motoren. Zwar fristen PKW mit alternativen Antrieben in der Bundesrepublik mit einem Anteil von rund 1,7 % (Stand: 2016) noch immer ein Schattendasein, allerdings wächst ihre Verbreitung ebenso wie das Umweltbewusstsein stetig. Doch ob Auto-Gas-, Elektro- oder Hybridtechnologie – beide Antriebsarten stellen zusammen mit immer mehr eingebauten elektronischen Finessen auch die Rettungskräfte vor gewaltige Herausforderungen, vor allem bei Unfällen.

Ein falscher Benziner.

Szenenwechsel: In der Fahrzeughalle der Freiwilligen Feuerwehr Stadt Bergen auf Rügen parken an diesem Donnerstagabend, Dienstabend, statt der üblichen Feuerwehr-, drei Privatfahrzeuge buchstäblich im Zentrum des Interesses. Gebannt stehen um einen Audi A6-Quattro herum einige Kameradinnen und Kameraden. „Wir stellen uns vor: Das Auto ist verunglückt, wir wurden zu einem Technische-Hilfe-Einsatz (TH) gerufen, müssen mindestens eine Person daraus befreien – was haben wir zu beachten und vor allem: Was müssen wir nach der Ankunft über das Fahrzeug wissen?“ beschreibt Hauptlöschmeister Andreas Burwitz, der im Hauptberuf als Disponent in der Rettungsleitstelle Stralsund tätig ist, die Situation. Die Feuerwehrleute gehen um das Fahrzeug herum, überlegen nicht lange, sammeln die Antworten: „Die Airbags haben offenbar nicht ausgelöst, es sind zwei leere Kindersitze auf der Rückbank, die Batterie ist hinten im Kofferraum und…“ einen genauen Blick auf die Typbezeichnung am Heck werfend „…es ist ein Benziner.“ Doch falsch gedacht! Denn bei diesem Audi-A6 handelt es sich um einen nachgerüsteten Kombi mit Auto-Gas-Antrieb und einem unterhalb des Kofferraums verborgenem Tank, der äußerlich, anders als Neufahrzeuge, nicht als solcher gekennzeichnet werden muss. Fatal ist auch, dass weder Betriebsanleitung, noch Rettungskarte vorhanden sind.

Hybrid voller Technik.

Auf dieser wäre ganz genau verzeichnet, wo unter anderem Airbags verbaut sind, wichtige Leitungen und Kabel entlangführen und wo man mit dem Rettungsgerät besser nicht zu arbeiten beginnen sollte, wolle man sein eigenes Leben und das des Verunglückten im Einsatz nicht in Gefahr bringen. Doch verfügen nur wenige PKW über solche Karten, die zumindest bei Neufahrzeugen rasch auffindbar meist hinter der Sonnenblende verstaut sind. Wenn überhaupt: „Das ist eigentlich ein Unding, die müssten zur Pflicht werden“, meint Gemeindewehrführer André Muswieck. „Die Fahrzeuge werden technisch immer aufwendiger und wir stehen dann da und wissen nicht, wo wir ansetzen können, ohne selbst zu verunglücken, während es eigentlich um Sekunden geht“, fährt er fort.

Gefährliche Farben im Toyota.

Dieser Umstand kommt besonders beim Toyota RAV-4-Hybrid zum Tragen, den das Autohaus Schuett-Ahrens aus Bergen an diesem Abend zur Verfügung gestellt hat. Über den offenen Motor gebeugt steht Hauptfeuerwehrmann Rico Döhring und erklärt einigen Kameradinnen und Kameraden, was es eigentlich mit diesen ominösen dicken, orange-leuchtenden Kabeln auf sich hat, die in eine blankpolierte Edelstahlbox münden, das Herz des Hybrid-Antriebes. „Dabei handelt es sich um Starkstromkabel, die 300 Volt führen. Auf keinen Fall anfassen! Auch nicht, wenn das Fahrzeug scheinbar ohne Energie ist“, warnt Döhring. Daneben aufgereiht sind eine Reihe von weiteren Kabeln und etlichen Sicherungen, zwischen denen Behälter mit leuchtend gelbem Öl und violetter Kühlflüssigkeit wie Cocktailgläser verbaut sind. Und noch mehr Kabel. Und noch mehr Leitungen. „Mit einem klassischen Motor, der relativ einfach strukturiert ist und wie man ihn schon in der Schule kennenlernt, hat das hier eigentlich gar nichts mehr zu tun“, ergänzt Andreas Burwitz aus einiger Entfernung und kommt hinzu, in seinem Schlepptau Hauptfeuerwehrfrau Jette Steltner, die ein aufgeklapptes Notebook trägt.

Jette Steltner und die Rettungskarten.

„Rettungskarten in Straßenfahrzeugen sind tatsächlich keine Pflicht, aber gerade bei einem solchen Hybriden steht man als Feuerwehrmann im Einsatz selbst als technisch versierter Mensch erst einmal wegen der schier unüberschaubaren Vielzahl von Fahrzeugtypen ratlos da“, erklärt Burwitz. Denn zuallererst müsse immer die Batterie abgeklemmt werden, um etwa zu verhindern, dass sich noch nicht ausgelöste Airbags während der Menschenrettung explosionsartig entfalten. Sind weder Rettungskarte noch Bedienungsanleitung im Fahrzeug vorhanden, beides schreibt der Gesetzgeber bis heute übrigens nicht vor, springt die oft weit entfernte Rettungsleitstelle per Funksprechverbindung ein. Dort sind in einer Datenbank alle Rettungskarten der meisten Fahrzeugtypen und -modelle gespeichert. In einer solchen blättert Steltner in diesem Moment auf ihrem Notebook. „Zuerst wird Abdeckung 2 geöffnet, dann…“, zitiert sie aus der mehrschrittigen Anleitung, bis schließlich die Batterie ausgeschaltet werden kann und das gesamte Fahrzeug stromlos ist. „So eine bebilderte Datenbank brauchen wir an sich auf jedem Einsatzfahrzeug“, kommentiert ein Kamerad. Zustimmung in der Runde. Denn jedes Fahrzeug ist anders und kaum einer kennt sie alle aus- und vor allem inwendig.

Selbst der unscheinbare graue Renault Clio direkt daneben ist voller Technik. Seine Batterie steckt, anders als beim Toyota und dem Audi, nicht im Kofferraum und verfügt zudem über ein Steuergerät, das wichtige Sicherheitsfunktionen, wie etwa Fahrsicherheits- assistenten reguliert. „Hier bitte niemals etwas manipulieren“, warnt Burwitz besonders im Hinblick auf noch nicht ausgelöste Airbags, die ebenfalls von diesem Computer kontrolliert werden. Und weiter: „Selbst ein scheinbar einfaches Auto, ein Kleinwagen, kann sich im Einsatzfall als unberechenbares Technik-Biest entpuppen, wenn man ohne Rettungskarte einfach so anfängt, eine der Säulen aufzuschneiden, um Insassen herauszuholen. Und das kann unter Umständen nicht nur das Leben des verunglückten Fahrers, sondern auch das der Retter kosten.“

Rettungskarte des ADAC.

Solange Rettungskarten nicht verpflichtend für jeden PKW an Bord sein müssen, ganz gleich ob mit Diesel-, Benzin-, Gas-, Hybrid- oder Elektroantrieb, bleibt bislang jeder Unfall unter Umständen ein gefährliches Glücksspiel. Doch sollte jeder Fahrzeughalter im Interesse der eigenen Sicherheit seinen PKW leicht auffindbar mit einer solchen ausrüsten. Rettungskarten sind zum Beispiel direkt beim Fahrzeughersteller, Automobilclubs wie dem ADAC oder auch in Internet-Datenbanken erhältlich.

FMA M. Müller (Text)
OBM T. Döhring (Fotos)