Alle Beiträge von Mathias Mueller

...kann man gar keinem erzählen!

Viel los beim Blaulichttag

22. Juni, 17 Uhr – da war er schon wieder vorbei, der Blaulichttag 2019, der als zweijährliches Event fest im Bergener Veranstaltungskalender verankert ist.

Fahrzeugschau

Auch in diesem Jahr konnten die Organisatoren bei strahlendem Sonnenschein wieder rund 1.000 große und kleine Besucher auf dem Gelände im Stadtpark Rotensee begrüßen. Vor allem für die Jüngsten war dieses Mal jede Menge dabei: Clown Max sorgte im „Kinderland“ für gute Laune bei Zuckerwatte und Waffeln am Stiel, beim Trampolinspringen und vielen anderen Spielen für die kleinen Gäste.

Das Rauchhaus.

Nebenan zeigten Feuerwehr, Zoll, Bundespolizei, DRK, JUH, die Rettungshundstaffel Jasmund, die Fachhochschule Güstrow in Vertretung für die Landespolizei, die Rügener Verkehrswacht, die Deutsche Bahn und einige teils ehrenamtlich arbeitende Organisationen, was sie drauf haben. Neben der Technikschau der Feuerwehr, die ihren gesamten Fahrzeugpark aufgefahren hatte, wurden stündlich Fettbrandexplosionen simuliert: Dazu wurde in siedendes Fett etwas Wasser gegeben, woraufhin eine meterhohe Stichflamme aus dem Topf emporstieg. Die Kombination aus heißem Fett und Wasser ist übrigens eine der Hauptursachen für Küchenbrände. Selbst kleine Mengen von heißem Öl, etwa in einer Pfanne, können, wenn sie mit Wasser abgekühlt werden, eine Explosion verursachen, die die ganze Küche in Flammen setzt. Buchstäblicher Höhepunkt war der Sturz eines Dummys von der ausgefahrenen Drehleiter auf das Sprungkissen.

„Vorsicht! Nicht streicheln!“ hieß es bei den Schauvorführungen des Zolls: Die scharfen Spürnasen der Schäferhunde wurden auf Schmuggelware angesetzt. Selbst kleinste Mengen von Drogen fanden die Tiere in Koffern voll anderer duftender Dinge, wie zum Beispiel getragenen Socken.

Fettbrandexplosion.

Doch stellten die verschiedenen Organisationen nicht nur ihre Arbeit vor, sondern warben auch für sich. So konnte man sich unter anderem an den Ständen der Landespolizei und der Deutschen Bahn AG über Ausbildungsberufe informieren. Die Feuerwehr indes informierte über die Mitgliedschaft bei den Brandschützern. Vor allem Kinder nutzten die Gelegenheit, erste Kontakte zur Jugendfeuerwehr zu knüpfen und auch der ein oder andere Mitgliedsantrag wurde gleich mit nach Hause genommen.

„Wir können sehr zufrieden sein“, sagte am Ende des Tages Oberbrandmeister Daniel Kruse, der den diesjährigen Blaulichttag mitorganisiert hatte. Und weiter: „Es ist schön, dass so viele Besucher gekommen sind. Auch das zeigt, dass das Ehrenamt fester Bestandteil in unserer Gesellschaft ist und auch sehr wertgeschätzt wird.

Und schließlich: Nach dem Blaulichttag ist vor dem Blaulichttag. Und so freuen wir uns schon jetzt auf den nächsten im Jahr 2021 und wie immer Ende Juni im Stadtpark Rotensee.

FM M. Lietz

Freiwillige Feuerwehr trainiert Gefahrgutunfall

Achtung Gefahr!

Gefahrgutunfall in der Rugardstraße, Bergen auf Rügen! Austritt von 98-prozentiger Schwefelsäure! Eine verletzte, nicht ansprechbare Person! Weitere Lagesituation unklar!“ Was in dieser Kurzform nüchtern klingt, ist im Notfall dramatisch. Bei Unfällen mit Chemikalien drohen ganz besonders große Gefahren für Leib und Leben. Verätzungen der Haut sind da noch leichtere Verletzungen: Mit der Luft eingeatmete chemische Dämpfe greifen sofort die Lungen an und führen schnell zu Bewusstlosigkeit, im schlimmsten Fall zum Tod durch Ersticken. Auch an der „frischen Luft“.

Fast einsatzbereit.

Zum Glück passiert das zwar nur sehr selten, aber es passiert. Um für solche Einsätze bereit zu sein, muss trainiert werden und ist fester Bestandteil der Ausbildung bei der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Bergen auf Rügen. Um in den Gefahrguteinsatz gehen zu können, benötigt man die sogenannte CSA-Ausbildung (Chemikalienschutzanzugträger). Allerdings werden im Einsatzfall auch Feuerwehrleute ohne diese Qualifikation benötigt, denn es braucht für den Aufbau des nötigen Equipments helfende Hände und auch beim Anziehen der CSA-Anzüge brauchen die jeweiligen Träger immer einen Helfer der sie unterstützt den Anzug richtig anzuziehen. Beim Dienstabend am vergangenen Donnerstag wurde das eingangs beschriebene Szenario umfassend trainiert. Mit insgesamt fünf Fahrzeugen rückten die Kameradinnen und Kameraden zur Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) aus, wo ein Unfall mit Chemikalien nachgestellt worden ist.

Auch das gehört dazu.

Sofort nach der Ankunft werden die Befehle ausgegeben: Der vier Mann starke CSA-Trupp zieht sich zuerst mit Unterstützung der sogenannten Helfer die CSA Anzüge an. Unterdessen baut ein anderer Trupp aus Steckleitern und Plane einen Notdekontaminationsplatz auf. Vom Hydranten aus wird eine rund 100 Meter lange Wasserversorgung zum Notdekon-Becken gelegt – und das hat innerhalb von nur 15 Minuten nach Einsatzbereitschaft des CSA-Trupps zu geschehen. Während andere Kameradinnen und Kameraden zuvor die weiträumige Absperrung errichtet haben, bauen weitere das Schnelleinsatzzelt auf: Es gewährleistet, dass sich Kameraden vor Wind und Wetter geschützt umziehen bzw. im Bedarfsfall andere Schutzausrüstungen anziehen können.

Dekontamination.

Mittlerweile bewegt sich der CSA-Trupp in seinen schweren Chemikalienschutzanzügen auf die in etwa 50 Metern entfernt liegende bewusstlose Person zu, neben der ein umgekippter Behälter mit der Schwefelsäure befindet. Oberste Priorität hat das Retten von Leben. Der Trupp gibt während der Rettungsaktion laufend Lagemeldungen an den Einsatzleiter ab, der den gesamten Einsatz genauestens koordiniert. Unterdessen ist die bewusstlose Person gerettet, der Kanister gesichert worden. Auf einer Trage wird der Verunglückte aus dem Gefahrenbereich gebracht und dem Rettungsdienst übergeben. Doch aus der Enge und drückenden Hitze der Schutzanzüge dürfen die darin Eingeschlossenen noch längst nicht heraus, denn die Anzüge sind während des Einsatzes mit der Säure kontaminiert worden. Am Notdekontaminationsplatz stehen bereits zwei Kameraden in gelben Schutzanzügen und Waschbürsten bereit. Nacheinander besteigen die Mitglieder des CSA-Trupps das Becken und werden abgeschrubbt, dekontaminiert, sodass sie im Schnelleinsatzzelt ihre mehr als 35 Kilogramm schwere Ausrüstung gefahrlos ablegen können.

Und das tun sie dann endlich auch. Wieder mit Hilfe von vier Kameraden. Zwar steckten sie nur für etwa 30 Minuten in den Anzügen, doch sieht man ihren schweißbedeckten Gesichtern die Erschöpfung deutlich an.

Es erfolgte eine Auswertung. Der Ausbildungsleiter Frank Blohm lobte alle Anwesenden für ihre sehr gute Mitarbeit, mahnte allerdings auch an, dass diese Übung unter idealen Bedingungen abgelaufen sei. Denn nicht immer handle es sich bei Gefahrgutunfällen um kleine umgekippte Kanister im Freien und bei Tage, sondern könnten in ihren Dimensionen auch wesentlich umfangreicher ausfallen.

Man kann sich natürlich fragen, wo denn auf unserer Insel schon Gefahrgutunfälle passieren sollten. Die Gegend ist ja schließlich eher landwirtschaftlich geprägt. Doch der Schein trügt. „Chemikalien werden in vielen Unternehmen eingesetzt: Von der Reinigungsfirma bis zur Molkerei und sogar im Haushalt kann es zu Unfällen kommen, die einen derart umfangreichen Einsatz notwendig machen“, erklärt Oberbrandmeister Daniel Kruse.

Die Ausbildung erfolgte auch im Hinblick auf den sogeannten Gefahrgutzug des Landkreises Vorpommern- Rügen, wo die Bergener Wehr eine nicht unerhebliche Rolle spielt. Sollte es zu Gefahrgutunfällen im Landkreis kommen, so werden die Bergener Kameradinnen und Kameraden mit sechs CSA Trägern ausrücken.

FM M. Lietz

Blaullichttag 2019

Tja! Wie schnell die Zeit vergeht. Vor fast zwei Jahren fand der „Blaulichttag“ im Stadtpark Rotensee statt.

Erinnert ihr euch zum Beispiel noch an den „fliegenden Hund“ von der Rettungshundestaffel Jasmund? Oder die gewaltigen Fettexplosionen unserer Feuerwehr? Oder die große Technik- und Fahrzeugschau? Oder die Vorführungen des Zolls? Oder… oder… oder?

Nicht? Na dann wird es aber höchste Eisenbahn, das Gedächtnis aufzufrischen. Zum Beispiel am 22. Juni 2019 von 10 bis 17 Uhr, wenn der „Blaulichttag“ seine Neuauflage erlebt.

Mit dabei sind unter anderem das DRK, der Zoll, die Deutsche Bahn und natürlich wir. Neben vielen Vorführungen gibt es auch wieder ordentlich Technik zum Anfassen, viele Infos rund ums Ehrenamt, ein musikalisches Rahmenprogramm, ganztätige Unterhaltung für die Kinder und – na klar! – ist auch an die hungrigen Mägen der großen und kleinen Besucher gedacht.

Also dann: Wir freuen uns sehr, euch und eure Familien und Freunde im Juni begrüßen zu können! Und wer weiß, vielleicht findet sich ja auch der ein oder andere, der dabei mithelfen möchte, unsere schöne Insel ein Stückchen sicherer zu machen.

FM M. Müller

Innenminister übergibt Fördermittelbescheide

Besichtigung in der Fahrzeughalle.

Am vergangenen Freitag nun war es soweit: Innenminister Lorenz Caffier übergab Bergens Bürgermeisterin Anja Ratzke zwei Fördermittelbescheide über ein neues Tanklöschfahrzeug sowie eine Drehleiter, die die rund 25 Jahre alte ersetzen wird. „Gleich zwei Fördermittelbescheide! Sowas gibt’s nur auf Rügen“, meinte Caffier augenzwinkert.

Angesprochen wurde in geselliger Runde bei hausgemachtem Schmalzbrot auch der Bau des neuen Gerätehauses. Standort, Kosten, Umfang – Caffier stellte sich den kritischen Fragen der anwesenden Stadtvertreter sowie der Kameradinnen und Kameraden. Zeitweise wurde es eine kontroverse Diskussion mit dem Minister.

Zwar ist das neue Gerätehaus, für das derzeit insgesamt 12 Fahrzeugstellplätze vorgesehen sind, noch immer in mehr oder weniger weiter Ferne – die Modernisierung unseres Fuhrparks rückte dagegen wieder ein gutes Stück in greifbare Nähe.

FM M. Müller

Das große „ABE der Feuerwehr“

Beim letzten Dienstabend ging es um das große „ABE der Feuerwehr, denn das Thema lautete  „Gefahren an der Einsatzstelle und Brennen und Löschen“.

Durch den Abend führte dieses mal Daniel Kruse, der die anwesenden Kameradinnen und Kameraden zunächst in Gruppen einteilte, die dann gemeinsam unterschiedliche Aufgaben lösen und den anderen Kameradinnen und Kameraden vorstellen mussten. Unter anderem musste sich eine Gruppe mit den Gefahren mit „A“ beschäftigen: Angst, Atomare Gefahren, Ausbreitung und Atemgifte. Eine andere Gruppe hatte unter anderem die Aufgabe, herauszufinden welche Komponenten man für eine Verbrennung benötigt, als da wären: Sauerstoff, Brennbarer Stoff, Zündquelle  / Energie / Temperatur und natürlich darf das richtige Mengenverhältnis  nicht fehlen. Jede Gruppe hatte insgesamt 10 Fragen zu beantworten und die Lösungen dann zum Schluss allen Gruppen am Flipchart zu präsentieren. Es konnte alles genutzt werden, was als Hilfsmittel zur Verfügung stand, vom Laptop mit einem Spezialprogramm bis hin zum Handy mit Internetfunktion.

Und natürlich auch dem eigenen Kopf.

Daniel Kruse

Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Stadt Bergen auf Rügen

André Muswieck und Anja Ratzke

„Das zurückliegende Jahr kann man nur als eine einzige Katastrophe bezeichnen“, begann Bergens Gemeindewehrführer Andrè Muswieck am vergangenen Sonnabend auf der Jahreshauptversammlung der städtischen Freiwilligen Feuerwehr seinen Rechenschaftsbericht. „Damit meine ich die Fußball-WM“, fügte Muswieck trocken hinzu.

Langjähriges Engagemant

Doch auch der Sommer 2018 verlief alles andere als feucht-fröhlich für die 57 aktiven Kameradinnen und Kameraden der Wehr: Während der langen Hitzeperiode kam es vermehrt zu Bränden an Bahndämmen und auf Feldern – häufig auch bei Einsätzen außerhalb des eigenen Ausrückbereiches, zu denen die Bergener überdurchschnittlich oft zu Hilfe gerufen worden sind. Ebenfalls deutlich gestiegen sind Alarmierungen zu Technischen Hilfeleistungen, etwa um Verletzte aus verunfallten Fahrzeugen zu retten. Bei den insgesamt 127 Einsätzen konnten so 83 Personen unverletzt und 9 verletzt gerettet werden. Zwei Menschen erreichte leider jede Hilfe zu spät.

Wolfgang Czogalla

Wie in jedem Jahr kam es auch zu Beförderungen. So wurden u. a. Oberlöschmeister Frank Hoffmann und Jette Steltner nicht nur für ihr 20-jähriges Engagement bei der Freiwilligen Feuerwehr geehrt, sondern Steltner auch in den Rang einer Löschmeisterin erhoben. Auf immerhin 50 Jahre Mitgliedschaft in Bergens Wehr zurückblicken kann inzwischen Wolfgang Czogalla, wofür dem Gerätewart ebenfalls von Wehrführung und Vertretern der Stadt herzlich gedankt worden ist. Weiterhin befördert und geehrt worden sind: Florian Stewen (Oberfeuerwehrmann), Tobias Fürch (Oberfeuerwehrmann), Sven Behling (Oberfeuerwehrmann), Georg Bötzer (Hauptfeuerwehrmann, 10 Jahre FF), Marvin Pape (Hauptfeuerwehrmann), Martin Sachtleben (Hauptfeuerwehrmann), Marvin Szikszai (Hauptfeuerwehrmann), Jeromé-Steffen Appelbohm (10 Jahre FF) und Bianca Pfeiffer (Ehrennadel in Silber).

Bianca Pfeiffer

Ein emotionales Thema während des Rechenschaftsberichtes und der Grußworte durch Vertreter der Stadt war der Ausblick auf die Zukunft: „Es gibt bei uns keine Möglichkeit, nach dem Einsatz zu duschen oder innerhalb des Gebäudes auf das WC zu gehen. Die Mitglieder der Jugendfeuerwehr haben keine eigene Umkleide“, mahnte Muswieck den Zustand des in die Jahre gekommenen Gerätehauses an, das heute durch seine bauliche Form längst nicht mehr den Ansprüchen einer modernen Feuerwehr genüge. Bergens Bürgermeisterin Anja Ratzke antwortete darauf, dass das neue Gerätehaus zwar noch in Planung bleibe, jedoch in das kommende Städtebauförderungsprogramm aufgenommen werde, sodass ab dem Jahr 2021 eventuell mit dem Bau begonnen werden könne. „Die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr unserer Stadt ist unerlässlich. Nicht nur für die Sicherheit der Gemeinde, sondern auch unserer Insel“, würdigte Anja Ratzke die ausschließlich ehrenamtliche Arbeit der Kameradinnen und Kameraden.

Immerhin aber konnte die Bürgermeisterin vermelden, dass noch im März zwei Fördermittelbescheide durch Innenminister Lorenz Caffier für ein neues Tanklöschfahrzeug (TLF) sowie eine Drehleiter übergeben werden.

FM M. Müller

114 & 25: Großes Feuerwehr-Doppeljubiläum

114 Jahre – und kein bisschen alt! Am 19. Januar 2019 begingen die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Bergen auf Rügen und ihr Förderverein ihren Geburtstag. Und der wurde inzwischen traditionell im „Parkhotel“ gefeiert, denn der Förderverein der Feuerwehr kann mittlerweile auf eine 25-jährige Geschichte zurückblicken. Ein Vierteljahrhundert. Zu diesem Anlass kamen nicht nur Vertreter der Stadt, sondern auch Abordnungen anderer Feuerwehren, des Landesfeuerwehrberandes und Sponsoren zusammen, mit deren Zuwendungen die Freiwillige Feuerwehr Stadt Bergen auf Rügen in vielen Bereichen gut unterstützt werden kann.

In den Ansprachen der Stadt- und Feuerwehrvertreter wurde ganz besonders die Wichtig- und auch Einmaligkeit der Arbeit der Freiwilligen Feuerwehren in Deutschland hervorgehoben, denn die Bundesrepublik ist das einzige Land in Europa, dass den Brandschutz größtenteils mit Hilfe ehrenamtlicher Frauen und Männer gewährleistet. Gedankt wurde den Kameradinnen und Kameraden des Landes auch für ihren Einsatz im vergangenen Sommer, als rund 10.000 Feuerwehrleute während der Dürre die Sicherheit der Einwohner Mecklenburg-Vorpommerns gewährleisteten.

Großer Dank gebührte an dieser Stelle den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Bergen auf Rügen. So könne „der Dank gar nicht groß genug sein für die hervorragende Leistung, die hier erbracht wird.“ Und weiter: „Bergen kann stolz sein auf seine Brandschützer sein, denn hier kann man sich sicher fühlen. Die Stadt wird auch weiterhin hinter ihre Feuerwehr stehen und deren Arbeit so gut wie möglich unterstützen.

Aus diesem Anlass wurden auch zahlreiche Ehrungen verliehen. So gingen an die Kameradinnen und Kameraden:

  • OFM Marvin Szikszai und OFM Georg Bötzer die Brandschutzehrenspange für die 10-jährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr
  • HLM Helmut Seilert das Brandschutzehrenzeichen in Silber für die 25-jährige Mitgliedschaft im der Feuerwehr
  • HFF Jette Steltner, HFF Bianca Pfeiffer und HFM Mathias Jerke die Ehrennadel des LFV M-V in Silber
  • LM Annett Muswieck, Martin Lange und Sebastian Much die Ehrennadel des LFV M-V in Gold
  • ABM Frank Blohm das Deutsche Feuerwehrkreuz in Silbe

sowie an die Förderer und Sponsoren:

  • Malermeister Volker Reining das Förderschild „Partner unserer Feuerwehr“
  • Sven Fröhlich und Aimo Brandt die Medaille des Feuerwehrfördervereins in Silber
  • Kristine Kasten die Medaille des Feuerwehrfördervereins in Gold
  • Rolf Stabenow und Rainer Eckers die Deutsche Feuerwehrehrenmedaillie
  • Benno Kondziella die Silberne Ehrennadel des Deutschen Feuerwehrverbandes

Wir gratulieren allen ausgezeichneten und wünschen für Zukunft nur das Beste.

FM M. Müller

„Hurra! Es… schneit?!“

Nein, so weit war es gestern zum Dienstabend dann zwar doch noch nicht, und es war auch keine Schneekanone, die wir da auf dem alten Armeegelände zwischen Bergen und Putbus aufgebaut hatten – Trainiert wurde mit zwei verschiedenen Schaumrohren unseres neuen HLF20. Für ausreichende Helligkeit dabei sorgte aber nicht nur die Fahrzeugbeleuchtung, sondern die Beleuchtung von Einsatzstellen mittels verschiedener Lichtquellen ist gleich mitgeübt worden. Und so verwandelte sich binnen weniger Minuten das Vorgelände eines alten Garagenkomplexes in eine hell erleuchete Schaumlandschaft. Übrigens: Schaum, der 100% biologisch abbaubar ist, wird zumeist gegen Fahrzeugbrände eingesetzt.

Und auch sonst gibt es etwas Neues: Unser jüngst eingetretenes aktives Mitglied Jerome Appelbohm, der von der Gingster Freiwilligen Feuerwehr zu uns gewechselt und den Kameraden Danilo Wiegel, der seine Probezeit bestanden hat und seit gestern vollwertiges Mitglied in unseren Reihen geworden ist. Herzlich willkommen bei uns!

FM M. Müller

„…ist wie ein sanftes Ruhekissen.“

Kamerad Lieger erklärt die Hebekissen.

Ein Samstag in der Fahrzeughalle: Aus einem ebenso großen wie schweren Werkstattregal muss etwas von ganz oben geholt werden. Man kommt nicht ran und klettert am Regal hinauf. Plötzlich kippt es um und begräbt dich unter seiner Last. Was nun? „So doof kann man doch gar nicht denken!“ – Doch, kann man. Alles schon passiert. Auch in einem solchen Fall würde die Feuerwehr anrücken, wenn es nicht sofort gelingt, die verunglückte Person aus ihrer eingeklemmten Lage zu befreien. Und auch für solche Einsätze müssen die Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr gerüstet sein.

Materialschau.

Donnerstagabend in der Fahrzeughalle der Bergener Freiwilligen Feuerwehr: Kamerad Daniel Lieger steht vor einer großen, auf dem Boden ausgebreiteten orangen Plane, auf der etliche Gerätschaften zum Anheben von Lasten ausgebreitet sind. Dort liegen Druckluftflaschen, Schläuche und schließlich auch verschiedene Hebekissen. „Hier haben wir die sogenannten Leckbandagen. Man benutzt sie vor allem bei Leckagen in Tanks“, erklärt Lieger und hält einen dicken Zylinder aus Gummi in den Händen. „Wir können bei tonnenförmigen Gegenständen natürlich nicht mit dem klassischen Hebekissen arbeiten, denn erstens sind die Auflageflächen viel zu klein und zweitens würde der Tank einfach wegrollen. Mehr Sicherheit bietet und gleichzeitig mehr Fläche deckt somit die Leckbandage ab, die auf die Leckage gelegt wird und dann aufgepumpt wird.“

Das Multiforcekissen…

Anschließend erklärt er die Funktionsweise des Hebekissens, das etwa halb so groß wie ein Kopfkissen ist und ebenfalls aus dickem Gummi besteht. „Jemand könnte unter einem Auto eingeklemmt sein. Wir verlegen also mindestens zwei Hebekissen, schließen sie an die Pressluftflaschen an, pumpen sie auf und unterbauen das Fahrzeug mit Holz“, erklärt Lieger die Vorgehensweise. „Benötigen wir mehr Höhe, werden die Kissen auf einen weiteren Holzunterbau gelegt, erneut aufgepumpt und der Unterbau anschließend weiter erhöht.“ Doch das sei in den meisten Fällen gar nicht nötig, „denn häufig reichen schon 2 bis 3 cm aus, um eine Person aus ihrer misslichen Lage zu befreien“, führt er weiter aus.

…aufgepumpt.

„Manchmal aber können Hebekissen oder notfalls auch ein Wagenheber nichts ausrichten, etwa wenn jemand in horizontaler Lage eingeklemmt ist“, leitet Lieger zur neuesten Errungenschaft unserer Feuerwehr über: Dem Multiforcekissen. Das besteht aus zwei kreisrunden übereinanderliegenden Luftkammern, von denen sich erst eine aufpumpt, um dann mit der zweiten Lasten wegzudrücken. Und das nicht nur in vertikaler Richtung: „Bei der Leipziger Feuerwehr kommen Multiforcekissen regelmäßig zum Einsatz. Und zwar bei Straßenbahnunfällen“, beschreibt Lieger den dortigen Einsatzzweck. Immer wieder komme es vor, dass Personen bei der Einfahrt der Bahnen zwischen Bahnsteigkante und Zug geraten und eingeklemmt werden oder schlimmer noch: Unter die Bahn geraten.“ Hier helfe kein Standardhebekissen weiter, denn die Bahn müsse seitlich weggedrückt werden, wofür das Multiforcekissen ideal sei: Es werde zwischen Bahnsteigkante und Straßenbahn geklemmt, aufgepumpt und die Bahn so seitlich etwas aus dem Gleis gehoben, um die verunglückte Person zu retten. Denn immerhin können diese speziellen und vor allem einzeln zu verwendenden Hebekissen Lasten von 28 t bewegen. „Mit denen kann man anschließend die Bahn sogar wieder auf die Schienen setzen“, so Lieger. Ein unschätzbarer Zeitvorteil: Denn bis ein Spezialkran angefordert, einsatzbereit sei und in Aktion trete, könne es für den Verunglückten schon längst zu spät sein.

Nun haben wir hier bei uns in Bergen zwar keine Straßenbahn, dafür aber regen Regionalverkehr auf der Schiene. Zudem: Die halbstündlich in den Bergener Bahnhof einfahrenden Züge sind keine tonnenschweren Eisenbahnwaggons mehr, sondern Triebzüge in Leichtbauweise. Wenn man so will, eine Tram in Groß und damit genau richtig für unser Multiforcekissen.

Und nachdem Lieger dieses Spezialhebekissen auf die Höhe eines Bürostuhls aufgepumpt hat, nimmt Kamerad Tilo Döhring vor versammelter Mannschaft demonstrativ auf dem Multiforcekissen Platz: „Diese Belastungsprobe ist dann also bestanden!“ – Auch wenn der Hauptlöschmeister nur einen Bruchteil der Hebekapazität wiegt.

FM M. Müller

Neue Drehleiter vorgestellt

Das neueste Modell.

„23 Jahre? – Das ist doch kein Alter!“ Doch, für ein Feuerwehrfahrzeug schon. Vor allem, wenn es um Technologien geht. Denn die entwickeln sich rasend schnell und besonders auf dem Gebiet der Feuerwehrtechnik kann jeder kleine Fortschritt dabei helfen, unser aller Leben ein Stückchen sicherer zu machen.

Fast ein Vierteljahrhundert ist unsere Drehleiter nun bereits in bewährtem Einsatz und damit älter als manch einer unserer Kameradinnen und Kameraden. Vieles an ihr entspricht nicht mehr ganz dem Stand der modernen Technik und was früher hochmodern war, ist heute schon wieder überholt. Vom Zahn der Zeit, der trotz bester Pflege durch unseren Gerätewart an ihr nagt, einmal ganz zu schweigen.

Seitenansicht.

Am 25. Oktober 2018 war bei uns, der Bergener Freiwilligen Feuerwehr, Besuch des Feuerwehrfahrzeugherstellers Rosenbauer aus dem Karlsruher Kompetenzzentrum zu Gast. Mit im Gepäck hatten die Unternehmensvertreter das neueste Drehleitermodell aus ihrem Hause dabei: Aufgebaut auf einem Mercedes-Benz-Atego-Fahrgestell handelt es sich dabei um einen echten Allrounder, vollgestopft mit Technik bis unter das Dach.

Der Multifunktionskorb.

Besonders hervorgehoben wurden die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten des Fahrzeuges, das vor allem für den Einsatz in Kleinstädten konzipiert worden ist. Denn wer kennt es nicht, unser Bergen: Enge und verwinkelte Straßen, Gefälle, viergeschossige Wohngebäude. Hatten wir mit unserer Drehleiter im Einsatzfall bisher oft Platzprobleme, bietet das neue Rosenbauermodell volle Flexibilität auch auf engstem Raum, denn die Gelenkleiter ist fünfgliedrig konzipiert und erreicht so auch schon die unteren Etagen von Gebäuden. Auch der sehr geräumige und offen zugängliche Multifunktionskorb hilft dabei, Kranke und Verletzte über das Fenster zu evakuieren. Das Absenken ist immerhin schon bei einer Ausfahrlänge von nur 6m möglich – und das zu ebener Erde. Besonders hervorgehoben wurde dabei die Tragkraft von 500 kg bzw. 5 Personen. Zum Vergleich: Der Korb unserer Drehleiter fasst maximal 2 Personen bei einer Belastung von 270 kg und muss gebückt bestiegen werden. Große Augen wurden allerdings gemacht, als die Stützen ausgefahren worden sind: Plötzlich stand das ganze Fahrzeug in Schieflage, um ein Gefälle zu simulieren. Und selbst das Aufständern lediglich auf Fahrzeugbreite ist möglich: Bei den schmalen Straßen in der Innenstadt ein unschätzbarer Vorteil

Das ist Begeisterung!

Der große Technologiesprung jedoch zeigte sich „unter der Haube“: Zahnräder und verschiedene Hydraulikventilsysteme gibt es nicht mehr. Stattdessen hängt alles an einem zentralen Hydrauliksystem, das sich bequem vom ergonomischen Hauptbedienstand steuern lässt, der sich ganz dem Winkel der Gelenkleiter anpasst. Die Zeit der steifen Nacken ist damit vorbei.

In Schieflage.

Eindruck schindete auch die Beleuchtung. Wie unser neues HLF20 verfügt die Drehleiter über eine LED-Rundumbeleuchtung statt einer punktuellen. Mit einem Handscheinwerfer muss man nun nicht mehr leuchten, wenn man in einem der vielen Fächer einen Ausrüstungsgegenstand sucht. Apropos: Besonders auffällig ist auch das etwas verlängerte Führerhaus, das reichlichen Stauraum für gleich zwei Schleifkorbtragen, Atemschutzgeräte, eine Motorkettensäge und viele weitere Werkzeuge aus dem Feuerwehralltag beinhaltet.

„Nehmt unsere mit. Die hier könnt ihr gleich hier lassen“, feixt gegen Ende des Abends Kamerad Matthias Jerke. Und wirklich: Die Maschine hat bei allen Anwesenden einen tiefen Eindruck hinterlassen.

FM M. Müller