Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Stadt Bergen auf Rügen

André Muswieck und Anja Ratzke

„Das zurückliegende Jahr kann man nur als eine einzige Katastrophe bezeichnen“, begann Bergens Gemeindewehrführer Andrè Muswieck am vergangenen Sonnabend auf der Jahreshauptversammlung der städtischen Freiwilligen Feuerwehr seinen Rechenschaftsbericht. „Damit meine ich die Fußball-WM“, fügte Muswieck trocken hinzu.

Langjähriges Engagemant

Doch auch der Sommer 2018 verlief alles andere als feucht-fröhlich für die 57 aktiven Kameradinnen und Kameraden der Wehr: Während der langen Hitzeperiode kam es vermehrt zu Bränden an Bahndämmen und auf Feldern – häufig auch bei Einsätzen außerhalb des eigenen Ausrückbereiches, zu denen die Bergener überdurchschnittlich oft zu Hilfe gerufen worden sind. Ebenfalls deutlich gestiegen sind Alarmierungen zu Technischen Hilfeleistungen, etwa um Verletzte aus verunfallten Fahrzeugen zu retten. Bei den insgesamt 127 Einsätzen konnten so 83 Personen unverletzt und 9 verletzt gerettet werden. Zwei Menschen erreichte leider jede Hilfe zu spät.

Wolfgang Czogalla

Wie in jedem Jahr kam es auch zu Beförderungen. So wurden u. a. Oberlöschmeister Frank Hoffmann und Jette Steltner nicht nur für ihr 20-jähriges Engagement bei der Freiwilligen Feuerwehr geehrt, sondern Steltner auch in den Rang einer Löschmeisterin erhoben. Auf immerhin 50 Jahre Mitgliedschaft in Bergens Wehr zurückblicken kann inzwischen Wolfgang Czogalla, wofür dem Gerätewart ebenfalls von Wehrführung und Vertretern der Stadt herzlich gedankt worden ist. Weiterhin befördert und geehrt worden sind: Florian Stewen (Oberfeuerwehrmann), Tobias Fürch (Oberfeuerwehrmann), Sven Behling (Oberfeuerwehrmann), Georg Bötzer (Hauptfeuerwehrmann, 10 Jahre FF), Marvin Pape (Hauptfeuerwehrmann), Martin Sachtleben (Hauptfeuerwehrmann), Marvin Szikszai (Hauptfeuerwehrmann), Jeromé-Steffen Appelbohm (10 Jahre FF) und Bianca Pfeiffer (Ehrennadel in Silber).

Bianca Pfeiffer

Ein emotionales Thema während des Rechenschaftsberichtes und der Grußworte durch Vertreter der Stadt war der Ausblick auf die Zukunft: „Es gibt bei uns keine Möglichkeit, nach dem Einsatz zu duschen oder innerhalb des Gebäudes auf das WC zu gehen. Die Mitglieder der Jugendfeuerwehr haben keine eigene Umkleide“, mahnte Muswieck den Zustand des in die Jahre gekommenen Gerätehauses an, das heute durch seine bauliche Form längst nicht mehr den Ansprüchen einer modernen Feuerwehr genüge. Bergens Bürgermeisterin Anja Ratzke antwortete darauf, dass das neue Gerätehaus zwar noch in Planung bleibe, jedoch in das kommende Städtebauförderungsprogramm aufgenommen werde, sodass ab dem Jahr 2021 eventuell mit dem Bau begonnen werden könne. „Die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr unserer Stadt ist unerlässlich. Nicht nur für die Sicherheit der Gemeinde, sondern auch unserer Insel“, würdigte Anja Ratzke die ausschließlich ehrenamtliche Arbeit der Kameradinnen und Kameraden.

Immerhin aber konnte die Bürgermeisterin vermelden, dass noch im März zwei Fördermittelbescheide durch Innenminister Lorenz Caffier für ein neues Tanklöschfahrzeug (TLF) sowie eine Drehleiter übergeben werden.

FM M. Müller