Neue Drehleiter vorgestellt

Das neueste Modell.

„23 Jahre? – Das ist doch kein Alter!“ Doch, für ein Feuerwehrfahrzeug schon. Vor allem, wenn es um Technologien geht. Denn die entwickeln sich rasend schnell und besonders auf dem Gebiet der Feuerwehrtechnik kann jeder kleine Fortschritt dabei helfen, unser aller Leben ein Stückchen sicherer zu machen.

Fast ein Vierteljahrhundert ist unsere Drehleiter nun bereits in bewährtem Einsatz und damit älter als manch einer unserer Kameradinnen und Kameraden. Vieles an ihr entspricht nicht mehr ganz dem Stand der modernen Technik und was früher hochmodern war, ist heute schon wieder überholt. Vom Zahn der Zeit, der trotz bester Pflege durch unseren Gerätewart an ihr nagt, einmal ganz zu schweigen.

Seitenansicht.

Am 25. Oktober 2018 war bei uns, der Bergener Freiwilligen Feuerwehr, Besuch des Feuerwehrfahrzeugherstellers Rosenbauer aus dem Karlsruher Kompetenzzentrum zu Gast. Mit im Gepäck hatten die Unternehmensvertreter das neueste Drehleitermodell aus ihrem Hause dabei: Aufgebaut auf einem Mercedes-Benz-Atego-Fahrgestell handelt es sich dabei um einen echten Allrounder, vollgestopft mit Technik bis unter das Dach.

Der Multifunktionskorb.

Besonders hervorgehoben wurden die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten des Fahrzeuges, das vor allem für den Einsatz in Kleinstädten konzipiert worden ist. Denn wer kennt es nicht, unser Bergen: Enge und verwinkelte Straßen, Gefälle, viergeschossige Wohngebäude. Hatten wir mit unserer Drehleiter im Einsatzfall bisher oft Platzprobleme, bietet das neue Rosenbauermodell volle Flexibilität auch auf engstem Raum, denn die Gelenkleiter ist fünfgliedrig konzipiert und erreicht so auch schon die unteren Etagen von Gebäuden. Auch der sehr geräumige und offen zugängliche Multifunktionskorb hilft dabei, Kranke und Verletzte über das Fenster zu evakuieren. Das Absenken ist immerhin schon bei einer Ausfahrlänge von nur 6m möglich – und das zu ebener Erde. Besonders hervorgehoben wurde dabei die Tragkraft von 500 kg bzw. 5 Personen. Zum Vergleich: Der Korb unserer Drehleiter fasst maximal 2 Personen bei einer Belastung von 270 kg und muss gebückt bestiegen werden. Große Augen wurden allerdings gemacht, als die Stützen ausgefahren worden sind: Plötzlich stand das ganze Fahrzeug in Schieflage, um ein Gefälle zu simulieren. Und selbst das Aufständern lediglich auf Fahrzeugbreite ist möglich: Bei den schmalen Straßen in der Innenstadt ein unschätzbarer Vorteil

Das ist Begeisterung!

Der große Technologiesprung jedoch zeigte sich „unter der Haube“: Zahnräder und verschiedene Hydraulikventilsysteme gibt es nicht mehr. Stattdessen hängt alles an einem zentralen Hydrauliksystem, das sich bequem vom ergonomischen Hauptbedienstand steuern lässt, der sich ganz dem Winkel der Gelenkleiter anpasst. Die Zeit der steifen Nacken ist damit vorbei.

In Schieflage.

Eindruck schindete auch die Beleuchtung. Wie unser neues HLF20 verfügt die Drehleiter über eine LED-Rundumbeleuchtung statt einer punktuellen. Mit einem Handscheinwerfer muss man nun nicht mehr leuchten, wenn man in einem der vielen Fächer einen Ausrüstungsgegenstand sucht. Apropos: Besonders auffällig ist auch das etwas verlängerte Führerhaus, das reichlichen Stauraum für gleich zwei Schleifkorbtragen, Atemschutzgeräte, eine Motorkettensäge und viele weitere Werkzeuge aus dem Feuerwehralltag beinhaltet.

„Nehmt unsere mit. Die hier könnt ihr gleich hier lassen“, feixt gegen Ende des Abends Kamerad Matthias Jerke. Und wirklich: Die Maschine hat bei allen Anwesenden einen tiefen Eindruck hinterlassen.

FM M. Müller